Die Abwasserbehandlung auf dem Lande als kommunale Pflichtaufgabe wird nun möglich!
Leider ist es von der Verbandsleitung über Jahre hinweg versäumt worden, das Problem der „Abwasserbehandlung auf dem Lande“ als kommunale Pflichtaufgabe wahrzunehmen und zu lösen. Vielmehr wurden als Druckmittel die Termine der Unteren Wasserbehörde „durchgeleitet“, um die Grundstückseigentümer zur voreiligen Umrüstung ihrer KKA mit biologischer Reinigungsstufe zu bewegen und sich selbst der Pflichten zu entledigen.
Jetzt sind bei den Untersuchungen der jeweiligen Orte die Dorfgemeinschaften an der Reihe dem VVGG Vorschläge zu unterbreiten, wie die Sammlung und Behandlung des Abwassers im Dorf auf einfache und kostengünstige Art gelöst werden kann. Auch die zeitliche Streckung der Investitionen muss betrachtet werden. Bisher zeigte sich der VVGG meistens gegen diese Vorschläge verschlossen. Mutzschen hat sich deswegen ein eigenes Modell erkämpft. Die letzten vorläufigen Kalkulationen von Mutzschen (2,19 €/m³ plus 20,00 € Grundgebühr/Monat) haben gezeigt, dass kommunale Abwasserbehandlung billiger ist, als bisher vom VVGG angegeben. Das trifft ebenso für die eigenen Kosten- und Gebührenermittlungen von Thierbaum und Bernbruch zu. Diese Beispiele machen Mut und stimmen zuversichtlich!
Unterstützend haben wir immer wieder umfangreiche Anregungen und Vorschläge auf unserer Website präsentiert. In diesem Zusammenhang verweisen wir nochmals auf die bereits im vorigen Beitrag empfohlene Diplomarbeit von der Universität Graz. Hier werden gute Beispiele aufgezeigt, wie im ländlichen Gebiet die Sammlung des Abwassers mit geringem Aufwand geleistet werden kann. Der Erfahrungsaustausch zwischen den betroffenen Orten und die kritische Auswertung der Untersuchungen müssen jetzt in den Dörfern stattfinden. Dabei spielen die örtlichen Gegebenheiten (vorhandene Leitungen, Topographie, Leitungsverlegung außerhalb der Strasse) eine wichtige Rolle. Von der Leitung des Versorgungsverbandes muss gefordert werden, dass sie jetzt endlich dazu übergeht, nach praktischen Lösungen zu suchen, die Vorschläge aus der Bevölkerung aufzunehmen und unbürokratisch zu bearbeiten. Sicher muss auch eine Neuauswahl von Planungsbüros erfolgen, damit eine Vielzahl von Ideen einfließen und der notwendige Planungsvorlauf vom Umfang her auch terminlich gewährleistet werden kann.
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Christian Hagmaier
Buchheim
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