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30.11.2010 :: Abwasser

Versorgungsverband erneut an einem Scheideweg – wie geht es weiter mit dem Abwasser im ländlichen Raum?

Nachdem der VVGG jahrelang für den ländlichen Raum zentrale Lösungen bei der Abwasserentsorgung propagiert hat und das Abwasser auch noch über weite Strecken gepumpt werden sollte, besteht seit 3 Jahren das Credo, dass jeder selbst für die biologische Behandlung auf seinem Grundstück sorgen soll. Nach örtlich differenzierterer Betrachtung, will der Verband mit der KWW selber Gruppen - oder Ortskläranlagen errichten. Doch zu welchem Preis?

13267 Einwohner bzw. 4471 Grundstücke sollen für rd. 40 Mio. EUR in den nächsten Jahren, so vom Verband umsorgt, entsorgt werden. Das sind rd. 3000 EUR/ Einwohner und somit genau auf der förderfähigen Höchstgrenze. Zufall?

Jedenfalls sollen sich mit dem Übergang vom öffentlichen Gebühren - und Beitragsmodell (bisher nicht erhoben) zum privatrechtlichen Entgeldmodell die Grundgebühren verdoppeln und Baukostenzuschüsse in Höhe von 2500 EUR pro Grundstück erhoben werden. Und das alles aus Solidarität?

Schaut man sich die Investitionen genauer an, machen die Kanäle mit 35 Mio. EUR fast 90 % der Gesamtinvestitionskosten aus. Ergo liegt auch hier das größte Kostensenkungspotential. Alle Welt redet über Kleinkläranlagen oder zentrale Kläranlagen, aber niemand über Kanalkosten. Man sieht die Kanäle ja nicht...

Doch gerade in ländlichen Gebieten mit nicht so dichter Bebauung, geringerer Siedlungsdichte und größeren Grundstücken sollte die Sammlung des Abwassers eingehender betrachtet werden. Die Vorteile der Zusammenfassung von Grundstücken bei der Abwasserbehandlung sollen nicht durch den notwendigen Mehraufwand bei der Abwassersammlung zunichte gemacht werden.

Wie man damit umgeht, hatte ja schon die von uns angegebene Broschüre des sächsischen Umweltministeriums zu Putzkau gezeigt.
Jetzt verweisen wir noch auf eine weitere Arbeit der TU Graz. Dort ist überzeugend und nachvollziehbar dargestellt, wie man zu wirtschaftlichen Lösungen in ländlichen Gebieten kommt (insbesondere Kap.4). Aufwand und Preise für Bau und Betrieb von Abwasseranlagen werden plausibel erklärt.

Wenn der Meter Abwassersammler (etwa 1m³ Aushub, Leitungseinbau und Verfüllung) im Verband 300 EUR kostet (laut Satzung sogar bis fast 500 EUR bei Hausanschlüssen), entspricht das 1m³ Tunnelrohbau der Bahn bei Stuttgart 21.
Und es ist ein Mehrfaches der Kanalbaukosten in Österreich.....

Für weitere Recherchen zur Wasser- Abwasserproblematik TU Graz

Kontakt

BINL e.V.
Christian Hagmaier
Buchheim
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