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15.11.2007 :: Abwasser

Meinung von Siegfried Nowak

Der Brief von Werner Tischer spricht den meisten von der verordneten Hauskläranlagenumrüstungswelle Betroffenen aus dem Herzen. Während nach der Wende mit teilweise groteskem Aufwand möglichst jedes Anwesen an das zentrale Entsorgungsnetz angeschlossen wurde, versuchen die Verantwortlichen jetzt, das entgegen gesetzte Extrem durchzupeitschen.

Es ist doch ökonomisch und ökologisch pervers, wenn Hunderte von Bürgern an einem Standort ihre „moderne“ Abwasserentsorgung selbst in die Hand nehmen müssen und dabei auch finanziell überfordert werden. Das verhindern die momentan möglichen einmaligen staatlichen Finanzzuwendungen nicht, denn eine große Anzahl der Betroffenen sind Rentner und Arbeitslose, deren finanzielle Lage im Widerspruch zu den auf sie zukommenden Forderungen steht. Die Entsorgungskonzepte des Versorgungsverbandes zeugen von einer überzogenen Abwälzung der ihm obliegenden Abwasserbeseitigungspflicht auf die Bürger. Das zeigen Orte, in deren unmittelbarer Nähe neue und vor allem dimensionierte Kläranlagen errichtet wurden.

Neben dem Beispiel Buchheim sei an dieser Stelle der Grimmaer Ortsteil Dorna genannt. Es grenzt an Schizophrenie, wenn die dortigen Bürger eigene neue Kläranlagen errichten müssen, statt den Ort zentral anzuschließen. Die Durchsetzung angeblich ökologisch Forderungen auf Wink der EU pervertiert, wenn ganze Ortslagen, wie die genannten und beispielsweise das arg strapazierte Mutzschen, den Ressourcenverbrauch mit einer Vielzahl von Einzelanlagen unnötig hoch treiben. Insoweit sind die Zweifel der Betroffenen an der Sinnhaftigkeit der zurzeit betriebenen Umweltpolitik hinsichtlich der biologischen Umrüstung von Kleinkläranlagen nachzuvollziehen.

Wenn eine derart große Anzahl von Anbietern für biologische Kläranlagen auftritt, muss hinterfragt werden, ob nicht mit der Umrüstungswelle in erster Linie die Auftragsbücher dieser Firmen gefüllt werden. Die politisch Verantwortlichen sollten endlich die negative Meinung der Betroffenen aufnehmen und mehr Bürgernähe suchen, damit dieser Eindruck schwindet.

Siegfried Nowak, Grimma

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