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Landschaft

Man muss nicht das Landschaftsbild eines Wilhelm Heinrich Riehl (1823 – 1897) vor Augen haben, um die gravierenden Veränderungen der Landschaft vor Ort zu erkennen. In atemberaubender Geschwindigkeit vollziehen sich die Wandlungen, ständig befeuert von der zunehmenden Automobilisierung, der fortschreitenden Entfremdung der Landwirte von der Natur und einer bisher nicht gekannten Gleichgültigkeit bzw. Ignoranz weiter Bevölkerungskreise gegenüber der pathologischen Landschaftsvernichtung.

Dabei geht es schon lange nicht mehr um das Erscheinungsbild einer gewachsenen Kulturlandschaft. Grundsätzlich wird zunächst die Frage diskutiert, ob man sich auch in der Landschaft an alles gewöhnen könne, oder ob es Grenzen gibt, jenseits deren Landschaft nicht mehr Landschaft ist.

In Rede stehen nicht die durch den Tagebau hinterlassenen „Mondlandschaften“. Viele sind geflutet und haben oft eine ökologische Aufwertung erfahren. Vielmehr geht es z.B. um

  • die Verwischung der Unterschiede „begrünte Stadt“ und „baulich verstädtertes Land“,
  • die von der EU mit milliardenschweren Subventionen geförderten Agrarwüsten,
  • den mit dem „Primitivsystem“ Autobahn begonnenen Landschaftsfraß,
  • den sich wie Krebsgeschwüre ausbreitenden „Landschaftsbrei“ an den Autobahnausfahrten,
  • das Öffnen jeglicher Landschaftsräume für Umwelt belastende Freizeitaktivitäten,
  • das fast unmerkliche Verschwinden des weite Landstriche prägenden „Großgrüns“.
  • das Ausweisen immer neuer Baugebiete trotz deutlich sinkender Bevölkerungszahl.

Die Dorf- Landschaftsverbindungslinien, die aus der dorftypischen Einheit von Leben und Arbeiten herrühren, lösen sich zusehends auf. Die emotionalen Bindungen der Dorfbevölkerung verschieben sich immer stärker zugunsten der Freizeitqualitäten der Landschaft. Es fehlen verlässliche „Leitbilder“ für den ländlichen Lebensraum.

Zu viele ökologische Nischen wurden geopfert und zerstört. Besserung können mancherorts nur Flurneuordnungsverfahren bringen. Hier kann festgeschrieben werden, dass ökonomische und geistig-kulturelle Raumnutzungen als gleichwertig anzusehen sind. Nur wenn ökologische und ästhetische Kriterien eine stärkere Gewichtung erfahren, kann Landschaftsplanung gelingen.

Was „moderne Menschen“ ständig zelebrieren und für sich reklamieren, sollten sie endlich auch der Natur zugestehen:

„Alles Leben ist auf Vielfalt angelegt!“

Kontakt

BINL e.V.
Christian Hagmaier
Buchheim
Untere Dorfstraße 15
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