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Feld

Die Buchheimer Gemarkung umfasst 467 ha. Davon können 440 ha ackerbaulicher Nutzung zugeordnet werden. Der Waldanteil beträgt ca. 4 ha und der der Wiesenflächen ca. 25 ha. Somit gibt es auf ca. 94 % der Gemarkungsfläche keinerlei auf Dauer vorhandenen Bewuchses.

Heute geht man von der Faustregel aus, dass 10% - 15% der Gemarkungsfläche ökologische Vorrangfunktion einzuräumen ist. Das bedeutet, dass diese Fläche extensiv zu bewirtschaften ist.
Für Buchheim sind demnach noch ca. 20 ha aus landwirtschaftlicher Intensivnutzung herauszunehmen. Weg von der Landschaftsverunstaltung und der Dauerbelastung an Pestiziden, den Klärschlammeinträgen und Stickstoffdüngern! Hin zu einer unendlichen Variation von Äckern, Feldhecken, Feldrainen, Wiesen, Weiden , Streuobstflächen, Gehölzen, Kleingewässern sowie deren Übergangs- und Randstrukturen!

Auch wenn hier und da polemisch von Agrarwüste gesprochen wird und die exzessive Ausräumung der Landschaft beklagt wird, gewinnen moderne Passanten und vor allem Autofahrer den Eindruck, hier sei die Welt ja noch in Ordnung. Diese Eindrücke entstehen jedoch nur deshalb, weil heute Landschaft viel großräumiger wahrgenommen wird. Die früher üblichen kleinteiligen Muster von Naturwahrnehmung, wie sie der historische Fußgänger erlebte, sind wohl überholt.
Das Buchheimer Feld besteht im Wesentlichen aus 5 „Großflächen“. Diese entstanden in ihrem maschinenfreundlichen Bewirtschaftungszustand im Zuge der Kollektivierung der Landwirtschaft zu kommunistischer Zeit. Ganz im Sinne der Ertragsmaximierung wurden

Diese ökologisch verheerenden Maßnahmen wirken bis heute fort. Auch die „Wende“ hat erwartungsgemäß in diesen Verhältnissen keine Verbesserungen gebracht. Mit Gründung der „Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion“ (KAP) Ende der 70er Jahre verschwanden in Buchheim sämtliche Hecken. Seitdem fehlt jegliches Niederwild wie Rebhühner, Wachteln, Feldhasen, Fasane usw., auch die Feldlerchen sind kaum noch anzutreffen. Vielleicht hat sich die Situation noch verschlechtert, denn die Intensivlandwirtschaft verteidigt, GPS kontrolliert, jeden qm Ackerland mit „Zähnen und Klauen“. Sowohl für Pächter als auch Verpächter der Flächen zählen ausschließlich wirtschaftliche Erwägungen.

Diese spielen auch eine Rolle, wenn es um den Eintrag von „Klärschlammgemischen“ auf die Felder geht. Unterstützt und gleichzeitig „kontrolliert“ vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Gartenbau werden Jahr für Jahr übel riechende Klärschlämme (zertifiziert und gesetzeskonform) auf Feldern eingearbeitet.

In Sachsen wurden 2007 auf ca. 0,28% der Ackerfläche (Bundes-Ø ca. 3%) Klärschlämme bzw. Klärschlammkomposte eingebracht. Warum ausgerechnet in der Kurstadt Bad Lausick bzw. auf Gemarkung Buchheim systematisch Jahr für Jahr Klärschlammkomposte ausgebracht werden müssen, ist unverständlich. Dieses Verhalten konterkariert alle Anstrengungen z. B. des Landkreises Leipzig, des Landschaftspflegeverbandes Muldenland oder des Naturparks Muldenland, die Region über die Themen „ökologisch erzeugte Lebensmittel“, Naturmärkte, Kur und Gesundheit, Tourismus u a. voranzubringen und auf angestrebte Entwicklungen auszurichten.

Auch aus Sicht der Bevölkerung ist das Ausbringen von Klärschlammgemischen gerade in der heißen Jahreszeit völlig inakzeptabel und unzumutbar. Wer kann schon tagelang bzw. wochenlang (je nach Wetterlage und Windrichtung) nur bei geschlossenen Fenstern Ruhe finden? Man kann nur hoffen, dass diese offenbar auf finanziellen Gegebenheiten beruhende Bewirtschaftungsart bald ein Ende finden möge.

Buchheim – Zurück zur alten Kulturlandschaft???

Ein Zurück kann und wird es nicht geben, da nahezu alle Voraussetzungen fehlen. Allein die heutigen Bedrohungen (z.B. Artensterben, Naturkatastrophen) werden jedoch eine Rückbesinnung auf in Jahrhunderten Gewachsenes und Bewährtes erzwingen.

Erkläre die Vergangenheit, erkenne die Gegenwart, sage die Zukunft voraus.
Hippokrates von Kos (460 - 377 v. Chr.)

Kontakt

BINL e.V.
Christian Hagmaier
Buchheim
Untere Dorfstraße 15
04651 Bad Lausick

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